Pneumonieprophylaxe

Die Atmung ist eine der wichtigsten Körperfunktionen des menschlichen Organismus. Kein Wunder also, dass die Pneumonieprophylaxe in der Pflege, hierbei vor allem in der Altenpflege, zu den essenziellen Prophylaxen im Pflegealltag gehört.

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Es gibt die verschiedensten Maßnahmen zur Pneumonieprophylaxe, die zur Anwendung kommen, um einer Lungenentzündung vorzubeugen oder die Beschwerden zu lindern. Auch die Pflege bei Pneumonie ist abgestimmt auf die Bedürfnisse eines Menschen, der unter der Erkrankung leidet. In der Pflegeplanung werden unter dem Punkt „Pneumonie“ Ziele dokumentiert und festgehalten, um die Prophylaxe der Pneumonie zu gewährleisten, aber auch die pflegerischen Maßnahmen der Pneumonieprophylaxe und die pflegerischen Maßnahmen bei einer Pneumonie für alle Beteiligten gut nachvollziehbar aufzuschreiben. Wie diese Pflegemaßnahmen bei einer Pneumonie aussehen, welche Atemübungen gehören und welche Atemübungen bei einer Pneumonie helfen, welche Pflegeprobleme bei einer Pneumonie auftreten können und was daher die Ziele bei der Pneumonieprophylaxe sind und vieles mehr erfahren Sie wie gewohnt bei uns.

Was ist eine Pneumonie und warum ist die Pneumonieprophylaxe so wichtig?

Pneumonie ist der medizinische Fachbegriff für eine Lungenentzündung. Diese entsteht in der Regel dann, wenn die Lunge nicht ausreichend belüftet wird, denn die meisten Pneumonieerreger reagieren empfindlich auf Sauerstoff. Ist die Sauerstoffzufuhr also eingeschränkt, können sich Erreger wie Bakterien, Viren oder Pilze ansiedeln.

Generell ist eine Pneumonie gut behandelbar, doch dafür muss sie rechtzeitig erkannt werden. Unbehandelt kann sie, vor allem bei älteren Menschen, tödlich sein. In der Pflegeplanung ist die Pneumonieprophylaxe aus diesem Grund ein fester Bestandteil, um eine gute Pflege gewährleisten zu können.

Pneumonieprophylaxe: Welche Risikofaktoren für eine Pneumonie gibt es?

Eine Pneumonie kann Menschen aller Altersklassen treffen, dennoch gibt es einige Personen, die stärker gefährdet sind als andere. Zu den Risikofaktoren einer Pneumonie zählen beispielsweise:

  • Nikotinabusus
  • Immunschwäche
  • Bettlägerigkeit
  • Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems
  • Bestehende Atemwegsinfekte
  • Einschränkungen oder Unfähigkeit beim Atmen und / oder Abhusten
  • Vorerkrankungen wie eine chronische Bronchitis oder auch Asthma bronchiale
  • Schluckstörungen und  / oder Aspiration von Nahrungsbestandteilen oder Flüssigkeiten
  • Schmerzen beim Ein- und Ausatmen, sodass die Lunge nicht mehr richtig belüftet wird

Pneumonieprophylaxe: Welche Symptome bringt eine Pneumonie mit sich?

Ist die Atmung nicht beeinträchtigt und der menschliche Körper gesund, spiegelt sich das auch in der Atmung wider: Sie ist ruhig, schmerzlos und erfolgt automatisch.

Eine Pneumonie ist eine schwerwiegende Erkrankung der Lunge und äußert sich dementsprechend auch häufig in folgenden Symptomen:

  • Fieber und Schüttelfrost
  • Schmerzen beim Ein- und Ausatmen
  • Vermehrt schleimiger Auswurf, oft eitrig oder sogar mit Blutbeimengungen
  • Tachykardie
  • Veränderte Atemfrequenz durch das gezielte Verhindern tiefer Lungenzüge und ein veränderter Atemrhythmus, um Schmerzen zu verhindern
  • Häufiges Husten
  • Atemgeräusche wie Rasseln oder Pfeifen und Röcheln

Pflegerische Maßnahmen in der Pneumonieprophylaxe

Die wichtigste Maßnahme der Pneumonieprophylaxe ist die Patientenbeobachtung. Nur so können Veränderungen in der Atmung und im Gesundheitszustand des Patienten frühzeitig erkannt und einem Arzt gemeldet werden. Sind Kau- oder Schluckstörungen ein Problem, so ist darauf zu achten, dass die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme mit genügend Zeit und ohne Hektik erfolgt. Speisen sollten mundgerecht gereicht werden und Flüssigkeiten können, falls das nötig sein sollte, mit speziellen Mitteln angedickt und somit gut trinkbar gemacht werden. Sollte der Patient sich dennoch verschlucken, so sollte er zum Husten angehalten und dabei unterstützt werden. Eine aufrechte Sitzposition ist dabei von vornherein ratsam, zudem können kräftige Schläge zwischen die Schulterblätter dabei helfen, unerwünschte Nahrungsreste aus der Luftröhre zu entfernen. Eines der wichtigsten Pflegeziele ist es, die Pneumonie gänzlich zu verhindern oder sie wenigstens in ihrem Ausmaß einzuschränken und schnell zu kurieren. Wichtige pflegerische Maßnahmen der Pneumonieprophylaxe sind daher außerdem:

  • regelmäßige Bewegung des Patienten und die Durchführung von Übungen zur Pneumonieprophylaxe, dabei sind auch Übungen im Sitzen möglich, aber auch Übungen, die direkt im Bett durchgeführt werden können
  • Inhalation als Pneumonieprophylaxe, falls ein Atemwegsinfekt bereits besteht oder die Atmung erschwert ist
  • Regelmäßiges Lüften, das Atmen zu erleichtern und die Luft zirkulieren zu lassen
  • Luftbefeuchter bei trockener Luft
  • Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, um die Schleimhäute feucht zu halten
  • Atemstimulierende Einreibungen
  • Gute Mundhygiene, um die Mundschleimhaut intakt zu halten und Keimen das Eindringen zu erschweren
  • Animation zum tiefen Ein- und Ausatmen, aber auch Abhusten
  • Oberkörperhochlagerung oder spezielle atemunterstützende Lagerungen (VATI-Lagerung)
  • Stärkung des Immunsystems beispielsweise durch vitaminreiche und gesunde Ernährung
  • Ggf. Physiotherapie bei einer Pneumonie
  • Atemtherapie bei Pneumonie

Pneumonieprophylaxe: Atemgymnastik bei Pneumonie

Atemübungen und Atemgymnastik können die Atmung erleichtern und die Belüftung der Lunge fördern. Dazu kann der Patient, je nach allgemeinem Gesundheitszustand, einige Übungen selbst durchführen oder dazu motiviert werden. Dazu gehören:

  • tiefes Ein- und Ausatmen
  • Singen oder lautes Lesen
  • (Imaginäre) Kerzen auspusten oder einen Luftballon aufblasen

Wichtig: Bei Inhalationen oder anderen atmungsfördernden Medikamenten ist die Rücksprache mit einem behandelnden Arzt erforderlich. Dieser kann Rezepte ausstellen und die richtigen Wirkstoffe und Dosierungen bestimmen. Auch die Verwendung spezieller Atemtrainer und anderer Geräte ist nach Absprache mit einem Arzt möglich. Hier sollte sich genau an die Vorgaben des jeweiligen Gerätes gehalten werden, um Schäden oder Verletzungen zu vermeiden.