Dehydrationsprophylaxe

Der menschliche Körper besteht zu 50 bis 60 % aus Wasser. Um die Körperfunktionen optimal aufrechtzuerhalten, benötigt er diese Flüssigkeit auch. Verschiedene Faktoren begünstigen aber das Austrocknen des Körpers, sodass diesen Faktoren entgegengewirkt werden sollte.

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Die dabei zu ergreifenden Maßnahmen werden als Dehydrationsprophylaxe oder auch Dehydratationsprophylaxe bezeichnet. Welche Maßnahmen der Prophylaxe einer Dehydrierung am ehesten dienlich sind, welche Risikofaktoren und welche Symptome es zu erkennen gilt, darüber klärt dieser Beitrag auf.

Risikofaktoren und Ursachen einer Dehydratation

Der größte Risikofaktor einer Dehydration ist das Alter. Gerade Senioren vergessen durch ein mangelndes Durstgefühl oft, ausreichend zu trinken. Ist die Flüssigkeitsaufnahme dadurch über einen längeren Zeitraum unzureichend oder kommt es durch einen besonders warmen Tag zu vermehrtem Schwitzen, sollten unbedingt Maßnahmen zur Dehydrationsprophylaxe ergriffen werden.

Weitere Risikofaktoren und Ursachen einer Dehydration können sein:

  • starkes Erbrechen und Durchfall, die in kurzer Zeit mit einem vergleichsweise großen Flüssigkeitsverlust einhergehen
  • (größerer) Blutverlust, der dazu führt, dass dem Körper Flüssigkeit zur Volumenbildung zugeführt werden muss
  • Infektionserkrankungen, die beispielsweise mit Fieber einhergehen und so zu einer Austrocknung des Körpers führen
  • Verbrennungen
  • Erkrankungen der Niere, die unter anderem eine Trinkmengenbegrenzung vorsehen
  • Einnahme von Diuretika, die dazu dienen, Flüssigkeit aus dem Körper zu schwämmen

Die Risikofaktoren einer Dehydrierung sind sehr vielfältig und können durch die unterschiedlichsten Faktoren begünstigt werden. In der Erstellung einer Pflegeplanung sollte daher immer auch eine Beratung zur Dehydrationsprophylaxe stattfinden.

Dehydrationsprophylaxe – Symptome einer Austrocknung

Symptome einer Dehydrierung können schon frühzeitig auftreten. Ab einem Verlust von 2 bis 5 % des Wasseranteils im menschlichen Körper treten die ersten Symptome in Kraft. Je höher der Verlust, desto schwerwiegender die Symptome und ihre möglichen Folgen. Die schwerste Form der Dehydrierung nennt man Exsikkose.

Zu den Symptomen der Dehydration zählen:

  • ein erhöhtes Durstgefühl
  • trockene Haut mit stehenden Hautfalten
  • trockene Schleimhäute im Mund durch verminderte Speichelbildung
  • geringe Harnmenge mit dunkelgelbem Urin
  • Schwindel und Kopfschmerzen
  • Herzrasen
  • Verwirrtheit und gestörte Wahrnehmung
  • Bewusstseinsstörungen, unter anderem ein Kollaps

Die Symptome einer Dehydrierung sind häufig auch ähnlich mit denen anderer Gesundheitsstörungen. Daher ist eine genaue Patientenbeobachtung das A und O in der Dehydrationsprophylaxe.

Pflegerische Maßnahmen der Dehydrationsprophylaxe

Die Dehydrationsprophylaxe erfolgt nach dem Pflegestandard. Eine der wichtigsten Maßnahmen der Dehydratationsprophylaxe in der Pflege ist das regelmäßige Anhalten zum Trinken. Da Senioren häufig nur ein verringertes Durstgefühl verspüren, kann man der Erinnerung auf die Sprünge helfen, in dem Wassergläser überall vorbereitet stehen, beispielsweise in der Küche, im Wohnzimmer, am Bett etc. Um Flüssigkeit zu verabreichen, können auch Fruchtsäfte oder Saftschorlen nützlich sein. Sie schmecken gut, wecken die Trinklust und enthalten oft auch Vitamine oder Mineralien, die dem Körper guttun. Bestehen Schluck- oder Trinkbeschwerden, sollten Hilfsmittel zur Unterstützung herangezogen werden. Dazu gehören unter anderem Trinkhalme oder Andickpulver.

Eine flüssigkeitsreiche Ernährung kann helfen, Trinkdefizite auszugleichen: Wassermelonen oder andere wasserreiche Früchte oder Gemüsearten, Suppen spenden nicht nur Flüssigkeit, sondern sind auch voll von Vitaminen und Mineralien. Demente Patienten profitieren von farbigen Flüssigkeiten, die gut sichtbar sind und somit nicht so schnell vergessen werden, aber auch Wecker, die an die Flüssigkeitsaufnahme erinnern, sind beliebte Möglichkeiten der Unterstützung. Rituale helfen, die Flüssigkeitsaufnahme in den Alltag zu integrieren. So ist ein Glas Orangensaft am Morgen oder eine Tasse Kaffee zum nachmittäglichen Kuchen eine gute Gelegenheit, Flüssigkeit zu verabreichen, ohne sie als störend oder belastend wahrzunehmen. Auch ein kühles Bier an einem sonnigen Tag kann, sofern medizinisch nichts dagegenspricht, dazu beitragen, etwas für den Flüssigkeitshaushalt zu tun.

Wichtig bei allen Maßnahmen ist: Der Patient entscheidet über die letztendliche Aufnahme von Flüssigkeit. Die Flüssigkeitsaufnahme sollte niemals unter Zwang stattfinden, sondern liebevoll und vielleicht sogar mit etwas Humor. So kann der Patient selbst darüber entscheiden, wann und viel Flüssigkeit er zu sich nimmt und schaltet nicht auf Konfrontation.

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Gute Pflege 24