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Darmträgheit im Alter – was hilft?

By 14. November 2022 No Comments
Darmträgheit im Alter

Völlegefühl und Verstopfung – Beschwerden, die besonders im fortgeschrittenen Alter auftreten und die Betroffenen quälen. Viele Menschen greifen dann zu Abführmitteln und hoffen auf schnelle Abhilfe, doch gerade das ist nur bedingt nützlich.

Doch was sind die Ursachen für die zunehmende Darmträgheit und was können Sie tun, um diese Beschwerden zu lindern oder ihnen gar vorzubeugen? Dieser Blogbeitrag wird es Ihnen verraten.

Veränderungen im Alter verursachen Veränderungen im Körper

Der menschliche Körper ist in stetiger Veränderung. Je älter ein Mensch also wird, desto mehr verändert sich auch der Körper. Betroffen sind davon alle Teile: der Bewegungsapparat, das Nervensystem und nicht zuletzt auch die Organe. So ist es nicht verwunderlich, dass auch der Magen-Darm-Trakt sich verändert und mit diesen Veränderungen Probleme und Beschwerden auftreten können. Vor allem eine voranschreitende Darmträgheit und daraus resultierende Verstopfungen machen vielen Senioren zu schaffen.

Wie genau verändert sich die Verdauung mit fortschreitendem Alter?

Wie schon erwähnt, haben ältere Menschen häufig mit massiver Darmträgheit und daraus resultierenden Verstopfungen zu kämpfen. Selten sind dafür ernste Erkrankungen der Grund, sondern viel mehr Veränderungen, die der menschliche Körper durch das Älterwerden durchmacht. Diese Veränderungen sind etwas ganz Natürliches.

Zum Einen nimmt im Alter die Fähigkeit des Magens ab, sich auszudehnen. Dadurch sind Senioren schneller satt, denn schon kleine Nahrungsmengen füllen den Magen ausreichend aus. Die Portionen, die ein älterer Mensch zu sich nimmt verringern sich also automatisch zu den früheren Portionsgrößen und aus einem vielleicht einst „guten Esser“ wird jemand, der schnell satt ist.

Darmträgheit im Alter - was hilft?

Die Magenschleimhaut nimmt zudem, sowohl durch die geringeren Nahrungsmengen, als auch durch das fortgeschrittene Alter, weniger Nährstoffe auf. Dem Körper werden also deutlich weniger Vitamin B12, Eisen und Kalzium zugeführt, als noch in jungen Jahren. Betrachtet man diese Faktoren in ihrer Gesamtheit, so können sie schnell zu einer Verlangsamung und Abnahme der bisherigen Darmtätigkeit führen und somit Beschwerden verursachen.

Zum Anderen verliert auch die Muskulatur des Darmes mit steigendem Alter ihre Kraft. Auch hier kommt es zu einer vermehrten Darmträgheit, die gelegentliche oder auch regelmäßige Verstopfung verursachen kann. Werden hier nicht schon die ersten Maßnahmen ergriffen, so kann es schnell sein, dass Senioren und ältere Menschen unter den Folgen einer chronischen Verstopfung leiden müssen. Nicht nur ist das sehr unangenehm für die Betroffenen, sondern es kann im Ernstfall zu echten Komplikationen kommen. Zum Glück lässt sich eine chronische Verstopfung nicht nur behandeln, sondern auch schon verhindern, wenn dazu einige Regeln beachtet werden.

Ab wann reden wir von einer Verstopfung?

Sobald der Darm seine Tätigkeit nicht mehr so fortführt, wie gewohnt, ist eine Verstopfung möglich. Eine Verstopfung selbst ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • seltene Darmentleerung, also weniger als dreimal pro Woche
  • ausgeschiedene Darmmenge ist sehr gering
  • ausgeschiedener Stuhl ist oft trocken und sehr hart
  • starkes Pressen ist zum Absetzen des Stuhls notwendig
  • trotz einer erfolgten Darmentleerung ist noch weiter das Gefühl des Stuhldrangs vorhanden
  • Blähungen, Bauchschmerzen und Völlegefühl sind möglich
Darm
Ursachen für eine Verstopfung im Alter

Was sind die Ursachen für eine Verstopfung im Alter?

Neben den physiologischen Gründen, die für die Verminderung der Darmbewegung sorgen, kommen auch noch andere Faktoren für das Auftreten von Verstopfungen in Frage. Diese können sein:

  • Verringerung der Aufnahme von Flüssigkeit
  • geringe Zufuhr von Ballaststoffen über die Ernährung
  • Einnahme von Medikamenten (besonders Psychopharmaka und Analgetika sorgen für eine erhöhte Darmträgheit, aber auch die Aufnahme von Nährstoffen in Form von z. B. Eisenpräparaten kann zu Verstopfungen führen)
  • Veränderungen des Dickdarms durch Krankheiten (z. B. Tumoren)
  • Hämorrhoiden
  • Fissuren

Wie kann eine Verstopfung bekämpft werden und wie kann einer Verstopfung vorgebeugt werden?

Oft hilft es Senioren und älteren Menschen schon, die bisherige Ernährung anzupassen. Auch eine Anpassung der Lebensgewohnheiten können wahre Wunder wirken und eine Verstopfung auflösen oder dieser vorbeugen.
Besonders hilfreich sind dabei folgende Tipps und Tricks:

1. Erhöhte Flüssigkeitsaufnahme durch vermehrtes Trinken

Um richtig zu funktionieren, benötigt der Darm viel Flüssigkeit. Leider lässt bei älteren Menschen und Senioren das Durstgefühl aber nach und dadurch bekommt der Darm nicht den Nachschub, den er braucht. Gerade hier ist es wichtig, dass die älteren Menschen ganz bewusst darauf achten, ihrem Körper ausreichend Flüssigkeit zuzuführen. In der Wohnung an jeden Ort ein gefülltes Wasserglas hinzustellen, kann dabei schon eine gute Erinnerung an das regelmäßige Trinken sein.

2. Aktivierung der Muskeln durch vermehrte Bewegung

Durch einen Mangel an Bewegung stellt auch der Darm seine Bewegung ein und wird träge. Verstopfung ist die Folge. Wer sich regelmäßig bewegt, kann hier Abhilfe schaffen. Radfahren oder Gymnastik für Senioren können helfen, den Körper wieder in Schwung zu bringen. Auch ein regelmäßiger Spaziergang tut nicht nur gut und hält fit, sondern bringt auch den Darm dazu, sich wieder zu bewegen.

3. Änderung der Ernährung durch erhöhte Zufuhr von Ballaststoffen

Ballaststoffe regen die Verdauung an und sollten daher besonders im Alter auf dem Speiseplan stehen. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und ballaststoffreiches Frischobst und Gemüse sorgen dafür, dass die Darmtätigkeit angeregt bleibt. Besonders hilfreich können auch Trockenfrüchte sein, da diese sehr viele Ballaststoffe enthalten. Ballaststoffreiche Kost geht dabei Hand in Hand mit einer ausreichenden Zufuhr an Flüssigkeit.

4. Milchprodukte als Wundermittel

Milchprodukte wie z. B. Joghurt oder Butter sind nicht nur leicht verdaulich, sondern regen gleichzeitig die Verdauung an. Sie sollten daher bei Senioren und älteren Menschen ebenfalls regelmäßig auf dem Speiseplan stehen und in Mahlzeiten enthalten sein. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Milchprodukte enthalten Milchsäurebakterien. Diese helfen dabei, die geschwächte Darmflora von Senioren und älteren Menschen wieder aufzubauen. Auch das hat einen positiven Effekt auf die Tätigkeit des Darms.

Wichtig: Senioren mit einer Laktoseintoleranz sollten natürlich zu laktosefreien Produkten greifen, um weitere Verdauungsbeschwerden zu vermeiden.